Kino

Singende Mimen aus Frankreich: Travelling 2

Travelling 2

Travelling 2

Wer seine französoschen Lieblingsschauspieler auch mal singend erleben möchte, ist hier bestens bedient. Von Yves Montand über Vanessa Paradis bis zu Isabel Adjani reicht die Spanne der musikalischen Mimen Hier wird gehaucht, gesprochen, rumgealbert und manchmal auch wirklich gesungen. Doch zum größten Teil tun die Schauspieler auf dieser CD das, was sie sonst auch tun: Sie interpretieren die Musik und Texte wie ihre Rollen. Das Ergebnis ist manchmal zwiespältig: gelegentlich aufdringlich oder exaltiert, dann wieder melancholisch, dramatisch oder witzig. Fünfziger-Jahre Big-Band-Sound trifft auf Sechziger-Pop, auf Siebziger-Wave auf Achtziger-Disko-Musik. Filmmusik auf Musical. Und selbst Werbespot-Melodien sind zu hören …

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Kids Kino im Dezember: Von Megabösewichten, eingesperrten Blondinen, umweltbewußten Bären und mehr.

Eine blonde Schönheit lässt ihr Haar herunter, entdeckt den Duft der Freiheit und findet die große Liebe, ein Geschwisterpaar begibt sich zum dritten Mal auf eine Reise in geheimnisvolle und phantastische Welten, ein Bär sorgt zunächst für Chaos im Picknick-Paradies und rettet anschließend den Freizeitpark, während ein Bösewicht, seine Missetaten leid, gleich die ganze Welt in Sicherheit bringt. Und das alles in 3-D. Hier geht es zu den Dezember-Tipps der Libelle. Kino im Dezember

Gaumengenuss: Die einzig aufrichtige Liebe

Die einzig wahre Liebe!

„Man soll dem Leib etwas Gutes bieten, damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen“, sagte Winston Churchill, dem man die Liebe zu Gaumenfreuden deutlich ansah. Etwas Gutes, dazu zählte früher Muttis Sonntagsbraten mit Kartoffeln und Gemüse. Heute frönen wir höheren lukullischen Genüssen. Braten mit? Passé. Wir goutieren Beilagen zeitgeistig nur noch zu, an oder auf etwas. Knöllchen auf Blättchen, Krüstchen an Süppchen heißt die Devise. Das beginnt beim Amuse Gueule und reicht bis zum letzten exquisiten Gang. Wer löffelt noch schlicht Pudding zum Nachtisch, wenn es als Dessert gebratene Aprikose mit Lavendelhonig auf getoastete Brioche zu Mandelsahne an einer zarten Mousse aus Ekuadorschokolade gibt? Unsere Gaumen haben einen weiten Weg zurück gelegt! Opulente Bankette mögen zwar immer noch eine Angelegenheit der oberen Zehntausend sein, doch Event-Gastronomie ist heute für alle da! Dank einem Heer von TV-Gastronomen, die das Kochen absolut trendy und aus dem Essen ein Erlebnis gemacht haben. In jedem steckt heute ein bisschen Jamie oder Tim. Auf allen Kanälen laufen Kochshows und Foodreportagen und auch im Kino werden immer wieder kulinarische Delikatessen aufgetischt. Bilder vom Brutzeln und Braten, vom Gratinieren und Glacieren beeindrucken auf der großen Leinwand. … weiter lesen LH-Mediaworld-Nov

Von der Leinwand auf den Laufsteg

Mode, Fashion, Haute Couture – bei diesen Wörtern werden Frauen schwach. Namen wie Gaultier, Gucci oder Galliano wecken Sehnsüchte nach feinem Fummel, hohen Hacken und ausgefallenen Accessoires. Selbst wenn der Kleiderschrank zum Bersten voll ist, das Shoppen nach neuen must-haves geht immer. Schon Ende des 18. Jahrhunderts spezialisierten sich Modejournale auf die Kleiderträume betuchter Damen. Die neueste Frühjahrstoilette wurde auf Farbstichen im Magazin für Frauenzimmer und dem Jahrbuch für das schöne Geschlecht abgebildet. Heute sind es die Stars und Models, die in Blättern wie Elle und Vogue zeigen, was angesagt ist. Die Macht solcher Modejournale wurde kaum treffender und bissiger geschildert als in der Komödie „Der Teufel trägt Prada“, in der Meryl Streep als gefürchtete Chefin des fiktiven Blatts Runway selbst Designer zum Zittern bringt. Prada tragen und über den roten Teppich schreiten – der Traum von Millionen Frauen.

Der Teufel trägt Prada: Meryl Streep als gefürchtete Modeblattmacherin


Vier mal im Jahr präsentieren Models während der Defilés die Kreationen, die in der nächsten Saison „in“ sind. Modescouts haben zuvor in den Metropolen der Welt die neuesten Trends erspürt. Wobei neu manchmal ganz schön alt aussieht. Flatternde Hippiekleider und Römersandalen, die Hits dieser Saison, feiern ihren zweiten Frühling. Auch Plateauschuhe aus den 70ern erleben ein Comeback, selbst die Legging aus den 80ern ist wieder da.

Wieder da: Der Plateauschuh


Neben dem Recycling, neu etikettiert als Retro-Chic oder Vintage-Look, blickt die Mode auch gerne nach Hollywood. Die Looks alleine an Models vorzuführen reicht lange nicht mehr. Filmpremieren sind die neuen Catwalks. Hier führen Angelina, Cameron & Co. die neuesten Kreationen der Designer vor, drehen sich im Blitzlicht der Fotografen und rufen gleich die Namen der Schöpfer für die korrekte Bildunterschrift dazu. Die Fotos schmücken dann die Seiten der Modemagazine. Und Frauen auf der ganzen Welt ahmen die Looks nach. Frauen, Film und Fashion – drei Begriffe, die untrennbar sind und dafür sorgen, dass sich der Modezirkel immer dreht. Alleine in Deutschland geben Frauen über 17 Milliarden Euro jährlich für Kleidung aus – Schuhe, Taschen und sonstige Accessoires nicht mitgezählt!

Stars haben bereits seit den 1920er Jahren Trends gesetzt, die mit dem Etikett „worn by the stars“ erfolgreich vermarktet wurden. Man denke nur an die Marlene-Hose, die damenhaften Kleider von Grace Kelly oder an das berühmte kleine Schwarze von Audrey Hepburn. Ohne dieses ist heute keine Design-Kollektion komplett. Auch männliche Stars setzen Akzente.

never out of style - Bogarts Trenchcoat


Humphrey Bogart machte den Trenchcoat unsterblich, und seit Miami Vice ist es kein Fauxpas mehr, wenn Mann unter seinem Sakko nur ein T-Shirt trägt. Das Zusammenspiel zwischen Zelluloid und Traumtextil funktioniert bis heute perfekt. Manch ein Designer verdankt gar erst der Leinwand seinen Weltruhm. Wer kannte zum Beispiel vor „Sex and the City“ schon Manolo Blahnik oder Jimmy Choo? Womit wir bei der endgültigen Verschmelzung von Film und Fashion wären. Wer in diesem Frühjahr/Sommer eine Modezeitschirift durchblätterte, stieß weltweit auf die Looks von Carrie & Co. In jüngster Zeit hat kein anderer Film die Modepresse mehr beflügelt. Die Outfits der vier New Yorkerinnen avancierten in kürzester Zeit zu den heimlichen Stars der Serie. Damit auch Fans mit kleinerem Budget sich kleiden können wie ihre Vorbilder, gibt es „offizielle Kollektionen“ und „limited editions“ etwa bei Peek & Cloppenburg oder von Görtz.

Dame mit Hut - Sophia Loren in Altmanns Prêt-à-Porter


Doch bekanntlich ist nicht alles Gold, was glänzt – so auch in der scheinschönen Mode-Welt. Robert Altmann hat schon 1994 einen satirischen Blick hinter die Kulissen des Business gerichtet. Seine Komödie „Prêt-à-Porter“ spielt in der Woche vor den Pariser Modeschauen und zeigt, welche Mechanismen zwischen Presse, Fotografen, Designer und Models am Werk sind. Mechanismen, die auch das Model Sara Ziff in der Doku „Picture me“ schildert. Ihr Film setzt dort an, wo Germany’s Next Top Model aufhört und zeigt, wie trügerisch der schöne Schein in Wirklichkeit ist.
Trotz aller Kritik halten wir es dennoch mit Nino Cerruti, der sagte: „Mode ist der angenehme Teil des täglichen Lebens.“ Wir müssen ja nicht jeden Fummel kaufen, wir können uns auch an Defilées auf großer und kleiner Leinwand ergötzen, und davon träumen, auch mal Prada zu tragen.

Lufthansa mediaworld September Ausgabe
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Gregs Tagebuch – Von Idioten umzingelt!

Ich habe mir Greg ganz anders vorgestellt“ so Testgucker Titus, ein großer Fan der Bücher, der natürliche alle vier Bände von Jeff Kinney schon verschlungen hat. Und mit ihm einig waren die übrigen Jungs im Alter zwischen 10 und 12 Jahren, die den Film vorab sehen durften. Irgendwie cooler hatten sie sich ihren Helden vorgestellt.

Die Abenteuer des Leinwand-Gregs fanden sie dennoch alle sehr gelungen. Was wohl daran liegt, dass dieser 11-Jährige weder Superheld noch Musterkind ist, sondern ein mittelmäßiger (normaler) Junge mit einem mittelmäßigem Leben, der ständig danach strebt – eben – cool zu sein.

Mit diesem Anti-Helden kann man sich super gut identifizieren, weil er die gleichen Probleme und Nöte hat, wie man selbst. Der Mix aus Cartoon und Prosa aus den Büchern wird auch auf der Leinwand Rechnung getragen. Die Filmemacher haben die realverfilmten Sequenzen mit Kinneys einfachen und genialen Zeichnungen unterteilt, während sie Jeffs Tagebucheinträge als Kommentar zur Handlung liefern. Somit bleibt das Comichafte der Buchvorlage erhalten. Nach dem Grauen des ersten Jahrs auf der weiterführenden Schule gehen Gregs (Buch)Abenteuer weiter. Mit dem offenen Ende des Films folgt sicher auch bald eine Leinwand Fortsetzung. Diese sollte allerdings bald ins Kino kommen, um die derzeitigen Greg-Fans noch zu erreichen.
Regie: Thor Freudenthal
Mit: Zachary Gordon, Robert Capron, Rachel Harris, Steve Zahn u.v.a.
Kinostart: 16. September
FSK-Freigabe: ohne Altersbeschränkung
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Die wilde Farm

Stadtkind Pauline bekommt große Augen. „Papa, was ist das?“ fragt sie, als ein ihr unbekanntes Tier in Großformat auf der Leinwand erscheint, Kurz danach folgt bei einer Liebesszene „Papa, was machen die da?“, dann ein „Warum?“ und nach knapp 20 Minuten „Papa, ich will lieber in den Kindergarten“. Pauline und ihr Filmkritikerpapa verlassen das Kino.

Schwein im Paradies


Trotz des Prädikats „besonders wertvoll“ vermag der Film nicht die Aufmerksamkeit der kleinen Zuschauerin zu halten. Dabei sind die Bilder, die Dokufilmer Dominique Garing und Frédérique Goupil präsentieren, wirklich beeindruckend. Ihr Film – eine Mischung aus Dokumentation und Fiktion – zeigt, wie Bauernhoftiere unter freie, artgerechtere Haltung leben könnten. Auf der fiktiven Farm bekommen die Tiere dazu Gelegenheit als der Bauer ins Krankenhaus muss, und sie sich selbst überlassen sind. Neben den aus zahlreichen Bilderbüchern bekannten Top 10 , darunter Katze, Kuh, Kaninchen und Huhn, zeigt der Film auch weniger bekannte Tiere wie Marder oder Eule in ihrem natürlichen Habitat.
Außergewöhnliche Aufnahmen von Balzritualen, Nestbau und Geburtsszenen zeigen authentisches Tierleben. Und auch der Tod wird nicht ausgespart, „Es ist hart, groß zu werden“, sagt die Erzählstimme am Ende des Films, als die Ferkel in den Transporter steigen. Als Informationsfilm über die Art, wie Tiere leben ist diese ungewöhnliche Produktion hervorragend geeignet. Und weil der Film so gut gemacht ist, wünscht man ihm auch viele Zuschauer. Doch ich befürchte, dass die erzählte Story zu dürftig ist, um Kinder 90 Minuten lang zu fesseln.

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Regie: Dominique Garing
Deutsche Fassung erzählt von Luise Bähr
Kinostart: 9. September
FSK-Freigabe: Ohne Altersbeschränkung

Das Leben ist zu lang

Mit leichter Verspätung kommt Dani Levy ins Atelier Kino zur Aufführung seines neuen Films „Das Leben ist zu lang“.

Dani Levy im Atelier Kino, Düsseldorf. Foto: Wolfgang van Eik


Seine letzten Filme „Alles auf Zucker“, und „Mein Führer“ sahen über 1,5 Millionen im Kino. Und auch das Atelier ist an diesem Abend ausverkauft. Gerade noch beim WDR in Köln, geht es nach dem Besuch in Düsseldorf direkt weiter nach Essen. Am Vorabend war noch große Premiere in Berlin. Das klingt nach Stress und Zeitdruck. Doch Levy, lässig in Jeans, mit geblümtem Hemd und Sakko, wirkt kein bisschen gehetzt oder ungeduldig. Auch nicht, als mein Aufnahmegerät den Geist aufgibt, ein TV-Team wartet und die ersten Zuschauer Autogramme von ihm wollen. Er nimmt sich Zeit, geht auf Fragen ausführlich und freundlich ein, macht Witze und nimmt seine Gegenüber ernst.

Herr Levy, die Hauptfigur Ihres neuen Films hat mehr Zeit, als ihr lieb ist. Alfi Seligers Leben ist zu lang. Wie sieht das bei Ihnen aus?

D.L.: Mein Leben ist gefühlt zu kurz. Es ist ein Paradox. Wir leben nicht mehr natürlich und organisch, sondern das Leben muss verwaltet werden. Zeitmanagement gehört zum Zeitgeist. Wir glauben, wenn wir wenig tun, leben wir nicht genug. Die Tage sind zu kurz, die Zeit mit den Kindern ist zu kurz, die Zeit, die man hat, einen Film zu realisieren ist zu kurz…

Trotzdem ist der Film fertig geworden. Und wieder wird der Vergleich zu Woody Allen gestellt. Selbst der Namen Ihrer Hauptfigur klingt wie Allens Stadtneurotiker Alvy Singer.

D.L.: Da war mein Unterbewusstsein wohl am Werk, denn das sind keine geplanten Parallelen. Aber ich verehre und liebe Woody Allen, er ist mein Ziehvater, gehört zur „Familie“. Er zeigt auf komödiantische Art, wie Menschen mit dem Leben hadern, war Vorreiter in der Kunst, die Realität zu reproduzieren. Das versuche ich auch zu tun. Sein Arbeitstempo bewundere ich auch sehr. Wenn der einen Film im Kino hat, dreht er schon den nächsten und hat einen Dritten in Vorbereitung. Bei mir kommt ein Film, dann erst mal zwei Jahre nichts.

Sind Sie also auch ein intellektueller Filmemacher wie Allen?
D.L.: Ich mache unterhaltsame Filme, die den Zuschauer fordern und vielleicht verstören, aber populär bleiben. In meinen Filmen steckt auch Philosophisches, aber ich würde sie nicht als intellektuelles Kino bezeichnen.

Wie viel von Ihnen steckt in Alfi Seliger, einem jüdischen Filmemacher in der Krise?
D.L.:Er ist nicht ich, auch wenn er mir häufig aus der Seele spricht. Ich habe auch Höhen und Tiefen erlebt, doch fühle ich mich wesentlich privilegierter und etablierter als er. Aber letztendlich ist er eine lustvoll erfundene Figur. In den meisten von uns steckt ein Stück Alfi Seliger.

Sie rechnen bei allem Humor ziemlich hart mit Ihrer Branche ab…
D.L.: Als Abrechnung mit der Branche sehe ich das nicht. Was man hier sieht ist nur Alfi Seligers Albtraum, die überspitzte prekäre Situation, in die ihn Dani Levy schickt. Es war schon immer schwierig, Projekte zu verwirklichen, und man trifft dabei manchmal auf ähnliche Figuren, wie die in meinem Film. Wenn es als Abrechnung gedacht wäre, hätten nicht alle mitgespielt. Mich haben sogar Leute angerufen, die noch mitmachen wollten.

Das Cast liest sich wie ein who is who des Deutschen Films: Veronica Ferres, Heino Ferch, Yvonne Catterfeld, Gottfried John, um nur einige zu nennen. Ob diese Namen reichen, Millionen von Menschen ins Kino zu locken? Die Kritiken zu „Das Leben ist zu lang“ sind nicht gerade berauschend. Deshalb bittet der Regisseur das Publikum im Atelier um tatkräftige Unterstützung. „Erzählen Sie es Ihren Freunden auf Facebook, oder twittern Sie’s. Aber tun Sie’s innerhalb der nächsten 96 Stunden. Filme haben eine kurze Halbwertzeit“.
Und weil Dany Levi so sympathisch rüber kommt, ist es gut vorstellbar, dass sie es tun werden. Dann ist er auch schon weg, denn auch in Essen muss an diesem Abend für den Film getrommelt werden.
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Dani Levy und Kinobetreiber Kalle Somnitz scherzen im Atelier-Kino Foto:Wolfgang van Eick

Kinderkino im August: Der beste Woody aller Zeiten, Fussball nach der WM, Nostalgie mit Nick

Ab in die Kiste, Copyright: Disney


Toy Story 3

Hier kommt der beste Woody aller Zeiten! 1995 blickte die Cowboypuppe zum ersten Mal in „Toy Story“ das Licht der Leinwand und schrieb Filmgeschichte als erster vollständig computeranimierten Film. In ihrem neusten Auftritt läuft Andys Spielzeug zu Hochtouren auf. „Toy Story 3“ ist von Anfang bis Ende spannend, abenteuerlich und glänzt mit vielen genial-witzigen Details. Allerdings hat dieser Film ein ähnliches “Problem” wie der im Mai gestartete „Der fantastische Mr. Fox“. Nicht nur die akribischen Details und genialen Einfälle sind größtenteils am jungen Publikum verschwendet, der Film ist zudem streckenweise so aufregend, dass sich die Fisher-Price, Mattel- und Playmobil-Generation wahrscheinlich vor Angst ans Lieblingskuscheltier klammern wird. Toy Story goes Horror, das ist nichts für Kinder im Spielgruppen-Alter!

Auch Andy, der Besitzer der Toys, ist schon längst aus dem Spielalter herausgewachsen. Die Schule hat er hinter, die Uni vor sich. Der Auszug von zu Hause steht bevor, vorher wird der ganze Kinderkram aussortiert. So landet die Kiste mit Andys ehemaligen Lieblingsspielsachen im Sunnyside-Kindergarten. Der sonnige Name täuscht, denn hinter den Kita-Türen haust der blanke Horror.

Ein Blick in die Ü3-Gruppe lässt jedes zeugungswillige Paar sofort vom Nachwuchs absehen. Hier sind nicht nur die Kids zum Fürchten, auch Plüsch- und Plastiktiere treiben nachts ihr dämonisches Unwesen. Aus dieser Hölle wollen Woody, Buzz, T-Rex und Freunde nichts wie weg.

kuscheliger Plüschbär? Von wegen!


Doch die Gefahren und Herausforderungen sind diesmal größer den je, und in 3-D auch noch viel Angst einflößender.
Ein nach Erdbeere duftender Plüschbär mit der Seele eines Teufels hat den Kindergarten fest unter seiner Kontrolle, ein Entkommen scheint ausweglos.

Wie die Flucht der Toys aus dem Kindergarten-KZ doch gelingt, und was davor alles passiert, das ist spannendste Kinounterhaltung mit viel Emotionen.

Regie: Lee Unkrich
Mit den Stimmen von: Michael Bully Herbig, Rick Kavanian, Christian Tramitz , u.v.a.
Start: 29. Juli
FSK-Freigabe: ohne Altersbeschränkung, meine Empfehlung: frühestens ab 10 Jahren

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Themba

In den vergangenen Wochen haben wir viel Südafrika und Fußball erlebt. Um Südafrika und Fußball geht es auch in „Themba“. Doch zeigt dieser Film (nach dem Roman von Lutz van Dijk) ein wahrscheinlich authentischeres Bild, als die bunten Ethno-Clips, die während der WM in allen Medien präsentiert wurden. Das ist gut gemeint, macht den Film als Kinderkost aber sehr schwer verdaulich.

Der Trainer und seine Entdeckung, Copyright: alpha medienkontor


Der 11-jährige Themba träumt davon eines Tages bei Bafana Bafana zu spielen. Doch seine Familie ist so arm, dass er nicht einmal einen richtigen Ball besitzt. Als seine Mutter auch noch ihren Job als Teepflückerin verliert, und Arbeit in Kapstadt sucht, sind Themba und seine Schwester sich selbst überlassen. Nach drei Jahren und schrecklichen Zwischenfällen, beschließen die Kinder ihre Mutter in der Stadt zu suchen. Sterbenskrank finden sie sie in einem Slum. Diagnose: AIDS. Auch Themba trägt den Virus in sich. Das alles klingt so trostlos wie es ist. Als Lehrstoff über den Alltag vieler Kinder in Südafrika, ein Land mit einer der höchsten Aidsraten, ist Themba bestens geeignet. Als Kinounterhaltung für Kids eher nicht, dafür ist der Film zu problembeladen. Ein fehlender Vater, ein Alkoholiker als neuer Freund der Mutter, Vergewaltigung, Arbeitslosigkeit, AIDS … das ist einfach too much für ein junges Publikum. Da helfen auch Jens Lehmann und das Happy End nicht wirklich.

Regie: Stefanie Sycholt
Mit: Junior Singo, Emmanuel Soqinase, Simiphwe Dana, und Ex-Torwart Jens Lehmann
Kinostart: 5. August, FSK: ab 12 Jahren

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Der kleine Nick

Schon der Vorspann macht Spaß und man hätte sich den ganzen Film im Zeichentrick Stil der 50er Jahre gut vorstellen können.

Der kleine Nick

Doch auch als Realverfilmung ist “Der kleine Nick” eine bestens gelungene nostalgische Reise in die Kindheit der damaligen Zeit.
Um ein kleines Missverständnis herum wird die Geschichte aufgewickelt, dazwischen gibt es viele kleine lustige Episoden, genau wie in den Buchvorlagen.
Die größte Sorge des kleinen Nicks ist, dass er ein Geschwisterchen bekommt. Ein Ereignis, das deutliche Nachteile mit sich bringen wird. Glaubt er. Nicks Clique kommt daher auf eine völlig verrückte Lösung für das vermeintliche Problem.

Hat Mama ein Geheimnis? fragt sich der kleine Nick


Wie die Bande plant, das nicht vorhandene Kind loszuwerden, und was Nick und seine Freunde zwischen Schule und Freizeit so alles erleben, das alles ist so humorvoll geschildert und so wunderbar vom jungen Cast (allen voran Maxime Godart als Nick) gespielt, dass man mit einem Lächeln das Kino verlässt. In Frankreich haben über 5 Millionen Zuschauer den Film schon gesehen. Vermutlich waren sehr viele von ihnen Erwachsene, denn für sie ist der Film eine wunderbare Zeitreise in die eigene Vergangenheit. Schön wäre es, wenn auch heutige Kids dem Charme des Films erliegen und vielleicht sogar den Weg zu den Büchern finden. Denn die Abenteuer des kleinen NIck (Diogenes Verlag) lesen sich heute so gut wie vor 50 Jahren.

Regie: Laurent Tirard
Mit: Maxime Godart, Kad Merad, Valérie Lemercier, Sandrine Kiberlain
Kinostart: 26. August, FSK-Freigabe: ohne Altersbeschränkung

Kinderkino im Juli: Von Mädchen und Jungs

Freche Mädchen 2

Was „Sex and the City“ für die Mama ist, ist, „Freche Mädchen“ fürs Töchterlein. Über eine Million Besucher sahen die „Frechen Mädchen“ 2008 im Kino. Damit gehörte der Film, der jungen Mädchen zeigte, wie man einen Jungen angelt, zu den erfolgreichsten deutschen Streifen des Jahres. Mit fast unveränderter Besetzung sind sie nun wieder da, die frechen Mädchen.

Freche Mädchen 2


Mittlerweile besuchen Mila, Hanna, Kati & Co. die 9. Klasse der Gesamtschule Wuppertal. Vom schulischen Alltag ist in diesem Film allerdings kaum etwas zu sehen. Es geht vielmehr um das einzige, was hormongesteuerte Neuntklässler scheinbar im Kopf haben: das andere Geschlecht. Einen festen Freund haben die Mädchen inzwischen alle, doch damit ist es nicht getan. Er liebt mich, er liebt mich nicht – so könnte man die Handlung der Fortsetzung zusammenfassen. Dazwischen gibt es etwas DSDS-Feeling – Hanna übt fleißig, um ein Song im Studio aufzunehmen und die Jungs aus der Klasse rappen und beatboxen bei jeder Gelegenheit. Und etwas GNTM-Glamour darf auch nicht fehlen – Kati wird von einer Casting-Agentin entdeckt und für ein Mode-Shooting engagiert. Ganz klar:. Popstar, Model oder Rapper – welche anderen Ziele könnten Kids denn heute noch haben? Aber zurück zur Liebe: Mila liebt also Markus, Hanna liebt Branko und Kati liebt Tobi. Doch da ist auch noch Vanessa, die Markus sexy findet, Mila wird bei Antonys Mitternachts-Crèpes schwach und Kati schwärmt nach dem Shooting für Model Robert, der sogar schon einen eigenen Geländewagen fährt. Das Leben von 15-Jährigen ist nun mal ganz schön kompliziert! Am Ende ist die Pärchenkonstellation zwar wieder wie am Anfang doch vorher werden haufenweise SMSen versendet und jede Menge kleine Dramen gespielt und überstanden.
Ein Lichtblick in diesem Film ist die Klassenfahrt in eine bayrische Heidi-Idylle. Der Schulchor verbringt ein Hütten-Woche in den Alpen, um für die Jahresabschlussfeier zu proben. Hier blitzt Ironie durch wenn wir Szenen mit Heimatfilm-Romantik präsentiert bekommen, gepaart mit den Dialogen und das Gebärden heutiger Kids. Wenn der Berg ruft, dann nur weil es auf seinem Gipfel Handyempfang gibt. Armin Rohde als cholerischer Mathelehrer Rumpelstilzchen und Tom Gerhardt als verträumter Musiklehrer Nickel liefern einige der lustigsten Szenen des Films. Durch ihr streckenweises übertriebenes Chargieren erinnern die zwei Pädagogen an unvergessliche Lehrer-Typen aus der eigenen Schulzeit. So sehr man sie gehasst hat, am Ende haben sie einen doch gut getan. Und so ist einer der schönsten Szenen des Films die, in die der Chor das in den Bergen eingeübte Lied einstimmt. Da können Rapper, Hip-Hopper, seichte Poplieder-Trällernde einpacken.

Regie: Ute Wieland
Mit: Emilia Schüle, Selina Shirin Müller, Henriette Nagel, Christina Pfeifer, Barbara Schöneberger, Armin Rohde, Tom Gerhardt u.v.a.
Kinostart: verschoben auf den 05. August

Jungs bleiben Jungs

So erfolgreich wie die “Frechen Mädchen” hierzulande sind die “Beaux Gosses” – so der Originaltitel – in Frankreich. Über eine Million Zuschauer strömten in den ersten acht Wochen ins Kino, für den Film hagelte es Lob und Auszeichnungen. Regisseur Riad Sattouf, bis dahin eher als Comiczeichner bekannt, wurde für sein Debüt mit dem höchsten Filmpreis der Grande Nation, dem César ausgezeichnet, seine zwei (Laien)Hauptdarsteller erhielten den Lumière Preis. Was ist also dran an diesem Teenie-Streifen?

Hervé und Camel bleiben Jungs


Schule, Pubertät, erste Liebe – das sind die Themen des Films. Wie bei den Frechen Mädchen dreht sich auch bei diesen Jungs alles um das andere Geschlecht. Hervé und Camel, die 14-jährigen Hauptakteure, reden unentwegt schlau daher über Weiber und Sex, haben aber in Wirklichkeit keine Ahnung und trauen sich nicht einmal ein Mädchen anzusprechen, ohne in peinliches Stottern zu verfallen. Sattouf zeigt uns die Welt von Teenagern, die es nicht erwarten können, Erwachsen zu werden. Er führt uns die Peinlichkeiten und Demütigungen vor, die Jungs in diesem Alter erleiden, doch sein Blick bleibt stets liebevoll. Obwohl sehr viel masturbiert wird, und schon die Eröffnungsszene einen sehr expliziten Zungenkuss in Großformat zeigt, behält der Film eine gewisse Unschuld.

Aurore knutscht Hervé


Was diesen Film von der American-Pie-Ware aus Hollywood und auch von den Frechen Mädchen unterscheidet, ist dann auch seine Glaubwürdigkeit und seine Echtheit. weiter lesen hier …

Regie: Riad Sattouf
Mit: Vincent Lacoste, Anthony Sonigo, Alice Trémolieres, Noemie Lvovsky u.v.a.
Kinostart: 1. Juli

Kinderkino im Juni: Grüne Monster, tanzende Teenies und Zwillinge im Internat

Streetdance 3 D
Regie: Max Giwa und Dania Pasquini
Mit: Charlotte Rampling, Nichola Burley, Rachel McDowall, Chris Wilson u.v.a.
Start: 3. Juni

Wer die High School Musicals mochte, ist auch hier richtig. In dieser britischen Produktion dreht sich alles um junge Tanztalente und ihre Träume. Im Unterschied zu den Hollywood-Märchen ist dieser Film etwas realistischer und ist zudem der erste in 3-D gedrehte Tanzfilm. Hier trifft der freie Straßentanz, der sich keinerlei Regeln unterordnet, auf die Welt des klassischen Balletts mit seinen strengen Formen. HipHop Moves stoßen auf Pirouetten, Breaks auf Pliés, das Lebensgefühl der Straße samt Baggyhosen & Base-Caps auf die gediegene Welt des Balletts mit seinen Trikotagen und Strumpfhosen.
Carly ist eine Street-Tänzerin, die unbedingt zu den Meisterschaften will. Doch ihrem Crew fehlt es an einem Proberaum. Ballettlehrerin Helena (perfekt gespielt von:Charlotte Rampling) bietet den Street-Tänzern Räume in der Royal Dance School an, wenn sie zusammen mit ihren Schülern trainieren. Damit stößt sie natürlich bei beiden Seiten zunächst auf Ablehnung. Die völlig unterschiedlichen Tanzwelten sorgen für Spannung zwischen den Akteuren und für beeindruckende Bilder auf der Leinwand. Ansonsten gibt’s die üblichen Zutaten: eine Intrige, eine Romanze und natürlich ein Happy End.
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Hanni & Nanni
Regie: Christine Hartmann
Mit: Sophie und Jana Münster, Hannelore Elsner, Heino Ferch, Suzanne von Borsody, Anja Kling, u.v.a.
Start: 17. Juni

Hanni & Nanni


Die Buchvorlagen sind weltberühmt, die Hörspielreihe aus dem Europa-Verlag mit über 30 verschiedenen Abenteuern ein Dauerrenner, das Cast ist hochkarätig, da hat man natürlich hohe Erwartungen an die erste deutsche Kino-Verfilmung dieses Enid Blyton Stoffes. Diese werden leider enttäuscht. „Hanni & Nanni“, bietet zwar schöne Bilder und ist aufwändig produziert, aber mehr als eine nette Bemühung ist der Film nicht. Enid Blytons Buchvorlagen sind Weltbestseller. Die beliebten Geschichten um das Internatsleben am Lindenhof und die Abenteuer der Sullivan Zwillinge Hanni und Nanni sind den Müttern wahrscheinlich fast noch besser bekannt als dem weiblichen Nachwuchs. Nun kommt die Story leicht verändert und modernisiert daher. Dabei hält der Film aber gleichzeitig an Bilder fest, die die frühere Leserinnen-Generation vielleicht noch im Kopf hat, die den heutigen Kids aber seltsam erscheinen dürften.
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Für immer Shrek
Regie: Mike Mitchell
Mit den Stimmen von: Sascha Hehn, Esther Schweins, Dennis Schmidt-Floß, Benno Fürmann u.v.a.
Start: 30 Juni

Der Shrek lässt zum Glück noch nicht nach. Zum vierten Mal beschert uns DreamWorks Animation ein Kinoabenteuer mit dem grünen Oger. Diesmal sogar erstmals in 3-D.
Für einen Oger ist das friedliche Familienleben, das Shrek zuletzt führt, auf Dauer langweilig. Drum wünscht sich das grüne Ex-Ungeheuer etwas mehr Aufregung. Nur einen Tag lang die Leute mal wieder so richtig erschrecken? Kein Problem, verspricht der niederträchtige Rumpelstilzchen. Und so lässt sich Shrek auf einen Deal ein, bei dem er leider das Kleingedruckte nicht liest. Plötzlich findet sich der sanfte Unhold weit weit weg in einer völlig verdrehten Version des Märchenlands wieder, wo Rumpelstilzchen König ist und wo es ein Kopfgeld auf Oger gibt. Doch was noch viel schlimmer ist: Shrek hat plötzlich keine Freunde, denn niemand erkennt ihn, nicht Esel und selbst seine geliebte Fiona nicht. In dieser verkehrten Welt schließt sich Shrek dem Oger-Widerstand an, um Rumpelstilzchen zu entmachten. Doch der kleine Fiesling setzt alles daran, seine Herrschaft aufrecht zu erhalten. Dazu gehört, zu verhindern, dass Shrek und Fiona sich verlieben. Denn mit einem Kuss der Liebe vor Sonnenaufgang wäre dem bösen Spiel ein Ende gesetzt …
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