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Tori Freestone Trio “El Mar de Nubes“

Dass das CD-Cover an das berühmte Gemälde „Der Wanderer über dem Nebelmeer“ von Caspar David Friedrich erinnert, ist kein Zufall. Auf dem 1818 entstandenen Bild steht eine einsame Figur auf einem Hügel, den Rücken dem Betrachter zugewandt, und blickt hinaus auf ein Meer aus dichtem Nebel. Ähnlich steht Tori Freestone mit ihrem Saxofon alleine auf einem Hügel und blickt hinunter in ein Wolkenmeer. Der große Künstler der Romantik ist Tori Freestones Inspiration für dieses Album. Auf der Innenseite des Covers hat die Saxofonistin ein Zitat Caspar Friedrichs ausgewählt: „I must stay alone and know that I am alone to contemplate and feel nature full – Ich muss allein bleiben und wissen, dass ich allein bin, um die Natur vollständig zu schauen und zu fühlen.“ So wie die Romantiker sich von der Natur inspirieren ließen, hat Tori Freestone am 1. Januar 2018, dem Tag des Supermondes, auf dem Vulkan El Teide auf Teneriffa einen Text niedergeschrieben, den sie für „El Mar de Nubes“ vertont hat.
Das Zeitalter der Romantik war geprägt von Gefühl, Leidenschaft und individuellem Erleben. Vor allem die gequälte Seele stand im Vordergrund. Wer wohlklingende Melodien mag, wer gerne einen Jazz der Harmonien und klaren Rhythmen goutiert, wird das auf diesem Album nicht finden.  (…)

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Musik

Cécile McLorin Salvant “The Window“

Im letzten Jahr gewann Cécile McLorin Salvant mit ihrem Album „Dreams and Daggers“ den Grammy in der Kategorie „Bestes Jazz-Gesangsalbum“. Auch ihr Vorgängeralbum „For One To Love“ wurde 2016 mit dem begehrten Musikpreis ausgezeichnet. Und mit „Womanchild“, ihrer zweiten Platte, wurde sie immerhin bereits für den Grammy nominiert. Nun liegt ihr fünftes Album vor. Man könnte meinen, dass es nicht möglich sei, über fünf Alben in Folge die Qualität zu halten. Jetzt wird’s mehr mainstreamig, gefällig, beliebig – so ist das doch meistens. Aber nicht bei Frau McLorin Salvant. Auch auf ihrem fünften Album „The Window“ bleibt sie sich treu und präsentiert eine Scheibe mit feinsten Jazz-Vocals. Die 17 Songs, die auf dem neuen Album zusammen getragen sind, beweisen erneut die stimmliche Vielfalt der Sängerin. Ohne viel instrumentelles Drumherum – sie wird nur vom Pianospiel Sullivan Fortners begleitet – singt sie gefühlvolle Balladen von den Irrungen und Wirrungen der Liebe. Und wieder spielt sie die ganze stimmliche Klaviatur ab – mal singt sie mädchenhaft hell, zwitschernd und flötend, dann wieder haucht sie mit tiefdunklem Timbre den Blues heraus. Oft präsentiert sie die ganze Bandbreite ihrer Stimme in einem Song – wie zum Beispiel auf den Tracks „Ever Since The One I Love’s Been Gone“ oder „Wild Is Love“. Auch ihr frankophones Erbe – ihre Mutter eine Französin „d’outre mer“ (aus französischen Überseegebieten), ihr Vater aus Haiti – fließt wieder in die Musik ein in den Titeln „À clef“, eine Eigenkomposition der Sängerin, sowie in „J’ai l’cafard“, einem Song in typischem Chanson-Stil, samt Orgelsound.

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Musik

Dianne Reeves „Light Up The Night“ Live in Marciac

Gerade hörte ich mir das neue Album von Cécile McLorin Salvant an, schon landete die nächste CD auf meinem Schreibtisch. Dianne Reeves „Light up the night“ ist ebenfalls ein Live-Album. Und auch Reeves ist eine Künstlerin, die von Wynton Marsalis in den Himmel gelobt wurde: “Sie besitzt eine der kraftvollsten, entschlossensten und präzisesten Stimmen nicht nur unserer Zeit, sondern aller Zeiten“ schwärmt der Trompeter von Dianne Reeves, mit der er schon mehrfach zusammengearbeitet hat. Auf diesem Album, das live 2016 beim Jazzfestival in Marciac/Südfrankreich, aufgenommen wurde, zeigt die Sängerin, was Marsalis damit meint und wozu ihr Gesangsorgan, das ihr schon mehrere Grammy eingebracht hat, fähig ist (Reeves ist übrigens die erste Jazzsängerin, die drei Jahre in Folge die Auszeichnung erhielt). Auf dieser Scheibe flüstert, haucht und schreit sie laut ihre Songs heraus, interpretiert sie mal feurig und soulig, mal knallig und rockig, mal sanft und emotional. Das Repertoire auf der CD reicht von Popmelodien wie „Dreams“ von Fleetwood Mac, mit dem das Album öffnet, und das Dianne Reeves in einer herrlich jazzigen Version präsentiert, zu Jazzklassikern wie Pat Metheney’s „Minuano“, wo sie mit ihrem Skatgesang ihre Virtuosität unter Beweis stellt. Manch ein Stück fängt als ruhige Ballade an wie „Cold“ und entwickelt sich zu einem röhrigen Rockstück. Oder bleibt, wie Wayne Shorter’s „Infant Eyes“ bluesig und chillig. Auf „All Blues“ thematisiert sie das „Blue Eyes Experiment“, mit dem die amerikanische Lehrerin Jane Elliott 1968 zeigte, wie Diskriminierung funktioniert.  (…) Weiter lesen auf melodiva de