Emotionalität, die fast zu Tränen rührt
Malia: Black Orchid
„Yellow Daffodils“ hieß das erste Album der britischen Sängerin Malia, und so, wie gelbe Narzissen schöne, aber eher allgemein verbreitete Blumen sind, waren die Jazz-Songs, mit denen sie damals debütierte, eher gefällige Stücke mit Soul, Funk und Rock-Elementen und Bandbegleitung. Zehn Jahre später präsentiert Malia auf ihrem vierten Album „Black Orchid“ wunderbare Neuinterpretationen von Jazzklassikern, fast so einzigartig wie die Blüte der schwarzen Orchidee. Mit ihrer leicht rauchigen Altstimme liefert die in Malawi geborene Sängerin auf dieser Scheibe eine wunderbare Hommage an Nina Simone. Dreizehn der schönsten Balladen hat Malia ausgewählt, um ihre Bewunderung für ihr großes Vorbild zum Ausdruck zu bringen. weiter lesen …
Energiegeladen, verträumt, verspielt
Esther Berlanskys zweiter Wurf: “in between”
Vier Jahre nach ihrem Debüt „Growing Up“, präsentiert die Sängerin, Komponistin, Arrangeurin und Gesangslehrerin Esther Berlansky mit „in between“ ihr zweites Album. Mit Matthias Haus am Vibraphon, André Nendza am Bass und Oliver Rehmann am Schlagzeug, serviert sie mit ihrem Jazzquartett leicht schwingenden, anspruchsvollen Jazz, in dem ihre ungarischen Wurzeln in den Texten mit hinein fließen. weiter lesen …
Stacey Kent haucht mellow Jazz Standards
Stacey Kent: “Dreamer In Concert”
Seit sie mit ihrem ersten Album “Close Your Eyes” 1997 die Jazz-Szene überraschte, hat Stacey Kent fast jedes Jahr ein neues Album heraus gebracht. Nach acht Studio-Platten ist „Dreamer in Concert“ das erste Live-Album der Sängerin. Aufgenommen wurden die 12 Tracks während zwei Konzerten in La Cigale, Paris im Mai dieses Jahres. Allerdings erinnert nur das Klatschen des Publikums zwischen den Stücken daran, dass die Sängerin hier auf einer Bühne steht. Die Songs klingen alle so privat und intim, dass Zuhörerin das Gefühl hatte, die Sängerin befände sich in einem nicht-öffentlichen Räum und sänge alleine für sie. Selbst die Musiker, die bei Live-Auftritten sonst Raum für auffällige Soli und spontane musikalische Aussagen haben, sind hier alle sehr zurückhaltend, ihr Zusammenspiel elegant und unaufdringlich. Stacey Kent flüstert, haucht, säuselt neues Leben in melodische „old-school“ Jazz-Balladen, singt die alten Geschichten mit makelloser Phrasierung und zarter Stimme, die mal melancholisch verträumt, mal fröhlich hüpfend daherkommt.
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Eine Kostprobe? Hier:
Musik & Poesie: Schnermann’s Poetryclan “All What Love”

„All What Love“ ist eine ungewöhnliche CD – eine Mischung aus Hörbuch und wundervoller Jazz Musik. Auf dem Album werden englische Gedichte in deutscher Übersetzung von bekannten Stimmen vorgetragen. Der Kölner Pianist Andreas Schnermann hat Musik für die klassischen Poeme komponiert. Mit wohlklingender Stimme singt Inga Lühning die Originaltexte, mal warm und verführerisch, mal leicht und poppig. Begleitet wird sie von den perfekt dosierten Klängen des Poetryclans und des Cologne Contemporary String Sextet, die den Gedichten einen ganz und gar zeitgenössischen Anstrich geben. Entstanden ist eine völlig neue Art, sich den Werken von William Shakespeare, Lord Byron, Thomas Lovell Beddoes, Philipp Larkin, Edna St. Vincent Millay und anderen DichterInnen der Insel anzunähern.
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Extraordinärer Style Mix: Simphiwe Dana und ihre “Kulture Noir “
Nun ist ihr drittes Oeuvre erschienen – „Kulture Noir“ – und dieses Album ist ein wahrer Genuss.
Simphiwe Danas Stil ist eine Mischung aus Soul, Gospel und Jazz vermengt mit traditionellen (süd)afrikanischen Musikrichtungen. Solche Stilmischung sind heute zwar nichts Außergewöhnliches mehr – fast alle „Weltmusiker“ mischen fröhlich traditionelles mit westlichen Stilen. Doch klingt das bei Simphiwe Dana immer noch sehr originell.
Lyambiko “Something like Reality”
Mit dem swingenden Stück „Don’t Stand By Me“ ihres Mitmusikers Heinrich Koebberling legt Lyambiko los, geht funkig weiter, um dann die bluesige Ballade „Clothoid“ einzustimmen. Die Arrangements der 13 Tracks stammen fast alle aus der Feder von Heinrich Koebberling, der die Drums und Percussions bedient. Die Scheibe ist mit Piano, Bass & Drums jazztypisch instrumentiert, wobei sich bei einigen Stücken zusätzliche Bläsersequenzen einfügen. Das alles klingt gekonnt, gut gemacht, hört sich schön an, und passt herrlich als Hintergrundsound zu einem lazy Sunday afternoon.
Neulich gehörte Frauenstimmen: jazzig, sanft, unheimlich
Drei neue Entdeckungen habe ich in diesem Monat gemacht, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Während Moo Lohken, stimmgewaltige Vokalistin aus Wuppertal mit archaischen Lauten und gutturalen Tönen eine unheimliche Stimmung heraufbeschwört, fühlt man sich bei den Songs von Betina „Bê“ Ignacio in eine sanft schaukelnde Hängematte versetzt. Sehr intim, berührend und einfach wunderbar sind die von Lisa Wahlandt interpretierten Lieder, die den Zyklus einer Love Story schildern.
Lisa Wahlandt: Stay A While
Wer diese Scheibe einmal gehört hat, will mehr. „Stay A While“ heißt das neue Album, aber bei Lisa Wahlandt möchte man viel länger verbleiben als nur eine Weile. Auf der CD covert die Jazz-Sängerin aus München 9 bekannte Songs, darunter Princes berühmtes „Kiss“, „Light My Fire“ von den Doors und „Enjoy The Silence“ von Depeche Mode. Sie setzt die Pop-Klassiker zum Road Map einer Liebe zusammen und präsentiert das Ganze als modernen Liederzyklus.
Moo Lohkenn & Source of Sound: Trace in a Mirror
Easy Listening klingt wahrlich anders. Es ist schwere Klangkost, die das Trio Source of Sound mit der Sängerin Moo Lohkenn auf dieser Scheibe serviert. Wer nach Musik im populären Sinne sucht, ist hier verkehrt. Die Truppe breitet vielmehr archaische Klangräume aus, die mal befremdlich, mal bedrohlich, aber nie heimelig wirken. weiter lesen
Bê Betina Ignacio “Mistura Natural“
„Mistura Natural“ – natürliche Mischung – tituliert die brasilianischen Sängerin Betina „Bê“ Ignacio ihr zweites Album, bei dem Verpackung und Inhalt perfekt stimmen. Die CD-Hülle zeigt Bilder von einer hübschen Frau am Strand, im Hintergrund sanfte Wellen und romantische Sonnenuntergänge. Das ist Bê und so ist auch ihre Musik. Die 13 Tracks auf dem Album sind eine angenehme Mischung aus Bossa, Samba und Brasilpop locker vermengt mit Sunshine Reggae und easy listening Jazz. Wer auf weichgespülte lateinamerikanisch angehauchte Rhythmik steht, kommt hier auf seine Kosten.
Bebop, Swing und ganz viel Jazz, speziell für kleine Hörer
Die fröhliche, musikalische Putumayo Weltreise für Kinder geht weiter. Im März erscheint „Jazz Playground“ mit jazzigen Tracks aus aller Welt. Wer bisher der Ansicht war, Jazz sei keine Musikrichtung für Kinder, wird mit diesem Album überrascht das Gegenteil feststellen. Mit ausgewählten Jazz-Stücken kann man Kinderohren sehr wohl beglücken!
Mit dem neuesten Kinderalbum aus der Playground-Reihe eröffnet Putumayo Kids dem Nachwuchs den Zugang zum Jazz. „Jazz Playground“ präsentiert 13 Stücke aus den verschiedenen Jazz Bereichen wie Bebop, Swing, Dixie, Latin, Vokal und cool Jazz. Und natürlich stammen dabei die Stücke auf der Compilation aus den unterschiedlichsten Ländern, denn Jazz ist mittlerweile in der ganzen Welt zu Hause.
Das Jazz-Abenteuer wird mit einem Stück aus dem Ursprungsland des Jazz eröffnet. Lewis Franco & The Missing Cats (USA) präsentieren mit „Stomp, Stomp“ eine swingende Bebop-Nummer. Weiter geht die Reise nach Kanada, wo Chris McKhool ein klassisches Vocal-Jazz-Stück vorträgt. Auf der anderen Seite des Atlantiks steuert die französische Combo Triocéphale eine verjazzte Version des berühmten Sur le Pont D’Avignon bei, während die Gruppe Kinderjazz aus Australien eine flippige Jazz-Melange aus Latin-Swing-Mariachi-Musik zum Besten gibt. Der Dixieland-Sound wird von der Gruppe Modern Conya aus Japan präsentiert, aus den Niederlanden erhalten die Kids eine Gypsy-Swing Geschmacksprobe à la Django Rheinhardt. Und der Brasilianer Gui Tavares stellt mit Dois Meninos den Brasilektro-Sound vor.
Das bunte vier sprachige Begleitheft liefert interessante Informationen über die Songs und enthält ein Glossar mit Jazz-Begriffen. Auf der Website www.putumayo.com gibt es für interessierte Eltern und Kinder weiterführende Infos über das Genre. Könnte gut sein, dass man sich mit dieser CD den nächsten Louis Armstrong oder Dave Brubeck heranzüchtet
Jazz Playground setzt die Tradition der beliebten Playground-Reihe fort, zu der auch World Playground, African Playground, Caribbean Playground, French Playground, Folk Playground, Animal Playground , European Playground und Hawaiian Playground gehören. Bisher wurden von der Playground-Reihe über 2,5 Mio. CDs verkauft.
Jazz Playground ist ab Mitte März 2010 im Plattenhandel und in zahlreichen Bio- und Eine-Welt-Läden erhältlich und kostet ca. 15 Euro.
A Jazz & Blues Christmas
Mit dieser CD kommt endlich die perfekte musikalische Einstimmung auf Weihnachten, für alle die weder mit süßer nie klingenden Glocken noch mit nervigen Pop-Versionen von Weihnachtsliedern etwas anfangen können. A Jazz & Blues Christmas präsentiert eine Sammlung bekannter und auch weniger bekannter Christmas Songs gesungen von Jazz- und Blues Legenden.
Branford Marsalis:Leidenschaft für Jazz und Klassik (NRZ)
Leidenschaft für Jazz und Klassik: Branford Marsalis, der Mann mit dem Saxophon ehrt Düsseldorf mit fünf Auftritten
Wer Saxophonklänge liebt, kommt an Branford Marsalis nicht vorbei. Der Musiker, der diese Tage gleich fünf Gastauftritte in Düsseldorf gibt, gehört zu den besten seines Fachs. Heute Abend (Freitag) spielt er in der Tonhalle mit den Düsseldorfer Symphonikern Werke von Ravel, Veldhuis und Skrjabin. Am Samstag und Sonntag folgen Jazz-Auftritte.
Die Liebe zur Musik ist dem Weltklassen-Saxophonisten in die Wiege gelegt worden. Als Sohn eines bekannten Pianisten spielte Branford mit fünf Jahren schon Klavier. Mit sieben beherrschte er die Klarinette, mit 15 wagte er sich ans Saxophon. Während die meisten Musiker sich auf ein Genre festlegen, zeichnet sich Branford Marsalis durch seine musikalische Vielseitigkeit aus. Mühelos wechselt er vom Jazzfach zur Klassik, von Funk zu Pop und Crossover-Fusion. In den 80ern gehörte er Art Blakey’s Jazz Messengers an, er spielte an der Seite von Jazz-Legenden wie Clark Terry, Miles Davis, Dizzy Gillespie und Sonny Rollins. Mit Sting tourte der gebürtige New Orleaner zwei Jahre lang durch Europa und die USA. Diese Zusammenarbeit verhalf Branford zum großen Durchbruch. Als er Anfang der 90er-Jahre als Bandleader der Tonight Show verpflichtet wurde, war er in A-Promiland angekommen. Diesen Job, bei den ihm jeden Abend halb Amerika zuschaute, hing er jedoch schnell wieder an den Nagel. Seine musikalische Freiheit war ihm wichtiger als der Ruhm. „Der Wunsch Musiker zu sein, war einfach viel stärker als der Wunsch, den prominenten Entertainer zu spielen“, sagt er.
Mit seiner Band Buckshot LeFonque spielt er tanzbaren Funk-Jazz, das Quartett gibt anspruchsvollen Jazz von polyrhythmischer Diversität. Regelmäßig tritt der mehrfache Grammy-Gewinner als Solist mit führenden Kammer- und Symphonieorchestern auf. Bevorzugt er keine Musikrichtung? „Ich habe schon fast jede Musikrichtung gespielt, aber meine Lieblingsgenres sind Jazz und Klassik. Denn nur diese zwei Musikrichtungen erfordern wirkliches musikalisches Können“, sagt er selbstbewusst. Wer sein Fach so gut beherrscht, braucht keine falsche Bescheidenheit.
Nebenbei fördert Marsalis den musikalischen Nachwuchs und engagiert sich mit seinem Freund Harry Connick Junior für den Bau eines Musiker-Dorfs in New Orleans. „Ich bin kein Gutmensch, bin nicht in einem religiösen Haus aufgewachsen, wo die Eltern gepredigt haben, tut dies oder das. Aber durch ihr Vorbild haben sie uns Kindern gezeigt, dass man ein soziales Gewissen haben und entsprechend handeln sollte“, erläutert er sein Engagement. Es wundert daher nicht, dass dieser Mann als einer der 50 einflussreichsten US-Bürger vor wenigen Wochen eingeladen wurde, um in einer US-weiten Sendung seine Ansichten zum Thema „Rechte und Pflichten demokratischer Staatsbürgerschaft“ zu erläutern.
In Düsseldorf trat Branford Marsalis zuletzt vor zwei Jahren in der Tonhalle auf. Wer ihn damals verpasste hat diesmal sogar die Gelegenheit, den Virtuosen in beiden seiner Lieblingsgenres zu erleben.






