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Cécile McLorin Salvant „Dreams And Daggers“

Ihr bisheriges Markenzeichen, die dicke Brille ist verschwunden. Dafür zeigt sich Cécile McLorin Salvant auf dem Cover ihres neuen Albums mit geschorenem Kopf und dick aufgetragenem Eye-Shadow. Also immer noch auffallend. Und so auffallend wie ihre Erscheinung ist auch ihr Gesang, der ihr schon zahlreiche Auszeichnungen eingebracht hat. Von Jazzgröße Wynton Marsalis wurde sie geadelt, als dieser sagte, es gäbe pro Generation nur ein bis zwei Sängerinnen ihres Kalibers. Sie wurde schon mit Größen wie Billie Holiday und Nina Simone in einem Atemzug genannt und bekam für ihr Debütalbum 2010 den prestigeträchtigen Thelonius Monk Preis. Ihr letztes Album „For One To Love“ wurde mit dem Jazz Vocal Grammy ausgezeichnet.
Schon mit ihren ersten Alben hat sie eine Reife gezeigt, dass ich bei meiner letzten Rezension schrieb: „Ich hatte beim Hören das Gefühl, dass da nicht mehr viel Spielraum nach oben ist. Ihr Gesang klingt jetzt schon exzellent!“ Das war 2015.

Cover der neuen CD „Dreams and Daggers“

Nun liegt das Doppel-Album „Dreams and Daggers“ vor, auf dem sie wieder Songs ausgesucht hat, mit denen sie das Thema der Liebe in all ihren Fassetten besingt. Erneut sind es Stücke aus dem Great American Songbook, zwischen die sie ihre Eigenkompositionen webt.

Mit einem kurzen Intro aus eigener Feder („And Yet“) eröffnet sie ihre Reflexionen über das universelle Drama der Liebe. Danach geht es weiter mit dem bekannten Stück „Devil May Care“, das schon Frank Sinatra 1940 interpretierte. Ihre Version, herrlich jazzig mit einem swingenden Piano-Solo zwischen den Vokaleinlagen, klingt auch nach fast 80 Jahren noch immer frisch, beschwingt und aktuell.  weiter lesen auf melodiva.de

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Musik

Musikalische Entdeckung aus Westafrika: Dark Suburb, Indie-Punk-Rock aus Ghana

Auf der Bühne verstecken sie ihre Gesichter hinter Masken. In ihren Songs prangern sie die vielen sozialen Missstände in ihrer westafrikanischen Heimat an. Und ihr Sound klingt ganz anders, als das, was man sonst so aus dieser Ecke des Kontinents zu hören bekommt.

Dark Suburb sind eine Indie-Rockband aus Ghana, die – man kann es so sagen – gegen den Strich spielen. Die Band hat sich die traditionelle Kultur der Masken zu Eigen gemacht und tritt stets mit verdeckten Gesichtern auf. Damit betonen die Musiker einerseits ihre traditionelle afrikanische Identität, die sie aber dann durch die ganz und gar nicht traditionell klingende Musik wieder dekonstruieren. Mit ihrem Alternativ-Afro-Metall-Punk-Rock-Sound kehren die fünf Bandmitglieder die gängigen musikalischen Hörgewohnheiten in ihrem Kulturkreis gehörig um. Sie spielen gegen den stereotypischen Sound. Nichts für sie, der funkige Afro-Beat mit seinen Bläsereinlagen, der Hip-Life Party Sound oder der allseits beliebte Rap. Diese Jungs favorisieren eine härtere musikalische Gangart. Dabei wenden sie sich aber nicht von den traditionellen Rhythmen und musikalischen Mustern ab, sondern fusionieren populäre westafrikanische Musik und traditionelle Rhythmen mit den rauen Riffs der Rockgitarre, dem temporeichen Takt des Schlagzeugs und der Klangvielfalt des Synthesizers.

© ado

Chief Moomen, der sich als „Spoken Word Artist“ bezeichnet, ist der kreative Kopf hinter Dark Suburb und ein sehr freundlicher, höflicher Gesprächspartner. Dark Suburb sei eine „Concept Band“, in der es nicht um die einzelnen Mitglieder ginge, sondern um die Botschaften, die sie durch ihre Musik vermitteln, erklärt er. „Wer wir sind, ist unwichtig. Wichtig sind allein die Musik und die Message. Und die Message ist: wir sind alle Menschen und teilen uns alle den einen Planeten.“ Um das zu verdeutlichen, tragen die Musiker bei Liveauftritten daher stets Masken und manchmal auch Skelettanzüge. „Denn hinter den vielen Masken, Kostümen und Identitäten, die die Menschen tragen, sind wir unter der Haut alle gleich“, sagt er. „Wenn man die Haut entfernt, bleibt das Skelett. Und beim Skelett gibt es keine Schattierungen von schwarz oder weiß, hell oder dunkel. Egal, welche Hautfarbe oder Religion du hast, darunter sieht dein Skelett genauso aus wie meins.“ weiter lesen auf TAZ.de

Hier in das neue Album „The Start Looks Like The End“ reinhören.

 

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Familie-Erziehung-Beziehung Gesellschaft und Umwelt Interview

Die neuen Väter

Wer am Samstag in Flingern oder Bilk unterwegs ist, sieht ihn immer häufiger: den neuen Vater. Er schiebt seinen Nachwuchs im stylischen Bugaboo über den Wochenmarkt, trägt ihn im Babybjörn beim Einkaufsbummel durch die Fußgängerzone oder fährt mit ihm im Fahrradanhänger durch den Südpark. Wer sind diese „neuen Väter“? Sind sie wirklich anders als ihre Vorgänger? Wie fühlen sie sich, was macht sie aus? Die Libelle wollte es wissen und lud fünf Väter unterschiedlichen Alters zum Gespräch in die Redaktion ein. Der jüngste ist noch nicht so lange Papa, der älteste kleidet schon seit über dreißig Jahren diese Rolle – und ist vor kurzem sogar Opa geworden. Mit Tina Adomako unterhielten sich die Väter über ihre Rollen, erzählten von ihren Wünsche und verrieten Ihre Hoffnungen für die Zukunft. Im Gespräch zeigte sich, dass manches immer noch beim Alten geblieben ist, aber auch, dass die Vaterrolle in den letzten Jahren einen starken Wandel durchlaufen hat.

Sind die Zeiten, in denen Väter nur Wochenendpapas waren, nun vorbei. Sind wir an einem neuen Punkt angelangt, was Väter und das Vatersein betrifft? Immerhin gehen jetzt auch Väter in Elternzeit.

Jürgen Grah: Nein, noch nicht. Ich mache mit Vätern die Erfahrung dass sie in vielerlei Hinsicht immer noch nicht richtig gesehen werden. Gerade bei den Geburtsvorbereitungen ist das Feedback der Väter immer „Gott sei Dank das wir das jetzt gemacht haben, ich war bisher immer nur im Hintergrund“. Ein Vater sagte mir erst neulich, dass immer nur seiner Frau zur Schwangerschaft gratuliert wird. Ich sage gerne provokativ: Väter sind keine Babysitter, denn so werden wir häufig immer noch gesehen. Wenn die Mutter mal weg muss, dürfen die Väter mal kurz aufs Kind aufpassen. Ja, wir sehen mehr Väter im Stadtbild, aber sie werden häufig immer noch belächelt.

Hans-Georg Nelles: Es hat sich vieles geändert und es ist vieles auf dem richtigen, auf dem guten Weg, aber das heißt noch nicht, dass da wirklich eine Gleichberechtigung herrscht. Auch was die Vereinbarkeit von Beruf und Familie betrifft. So wird es vielleicht akzeptiert, das Väter Elternzeit nehmen, zwei Monate, ja, da können sich die meisten Arbeitgeber nicht mehr wehren, aber wenn es um mehrere Monate geht, wird es bei einer gerechten Aufteilung schon schwierig. (…)

Wie die „Väter 2.0.“ ihre Rollen definierein und die Zeiten heute einschätzen, lesen Sie im Titelthema der September-Ausgabe von Libelle