Kategorien
Lifestyle

Gesund in den Tag

Müsli Mix

Von Knusper-Körnern und Crunchy-Ceralien

Müsli statt Toastbrot ist das bessere Frühstück, das weiß inzwischen jedes Kind. Doch stimmt die Mär von den gesunden Körnern? Und wie findet man in der Menge das beste Müsli?

Müsli ist gesund, das hat schon meine Mutter in den 60er Jahren gesagt und meiner Schwester und mir mit einer Mischung aus trockenen Flocken, Rosinen und gemahlenen Nüssen den Morgen verdorben. Wir verglichen die Pampe mit Sägemehl und wünschten uns Corn Flakes, Rice Crispies und Frosties von Kellog’s auf den Tisch. Damals gab es die von unserer Mutter bevorzugte gesunde Cerealienmischung nur in seltsamen Läden – Reformhäuser genannt – in denen blasse, kränklich aussehende Menschen einkauften. Heute führt Kellog’s selbstverständlich Müsli im Programm, und es gibt zahlreiche Müslisorten und Marken – auch in Biovarianten – selbst beim Discounter.
Wie meine Schwester und ich damals, lieben Kinder auch heute eher knusprige, süße Cerealien und davon gibt es jede Menge Auswahl. Vor allem Knuspermüsli wird an deutschen Frühstückstischen gern gelöffelt. Laut Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) wurden 2009 pro Haushalt 1,8 Kilogramm getilgt, Tendenz steigend. Das klingt, als ob die Deutschen fit in den Tag starten. Doch ganz so gesund wir ihr Image sind die meisten Müslis nicht – auch nicht immer die mit einem Biosiegel.
Mehr

Kategorien
Film und Buch

Erich Kästner: Von jugendlichen Detektiven und fliegenden Klassenzimmern

Erich Kästner © Cecilie Dressler Verlag
Das fliegende Klassenzimmer“, „Das doppelte Lottchen“ oder „Pünktchen und Anton“ – wer kennt sie nicht? Diese Bücher haben Generationen von jungen Lesern begeistert und zählen heute zu den deutschen Kinderbuchklassikern. So ist auch der Schriftsteller Erich Kästner in erster Linie als Kinderbuchautor in die Geschichte eingegangen. Eigentlich wollte Kästner Journalist werden und begann seine Laufbahn als Theaterkritiker bei der Neuen Leipziger Zeitung. Seine spitze Feder brachte ihn aber bald in Bedrängnis: Wegen allzu freizügigen und kritischen Texten kündigte ihm die Zeitung 1927, woraufhin Kästner nach Berlin zog. Dort erschien 1929 sein erster Kinderoman: „Emil und die Detektive“. Das Buch war so erfolgreich, ein Bestseller, wie man heutzutage sagt, dass die UFA die Geschichte um eine Berliner Kinderbande, die einen Dieb quer durch die Stadt jagt, sofort verfilmen wollte.
Emil und die Detektive
Emil und die Detektive © Cecilie Dressler Verlag

Rückblickend ist es ein Glück, dass Kästner sich am Anfang des Projekts quer stellte. „Das Manuskript ist ekelhaft“, urteilte er über die erste Drehbuchfassung des Romans, woraufhin die UFA gezwungen wurde, einen neuen Drehbuchautor zu suchen. Die Wahl viel auf Billy Wilder, damals jung und unbekannt. Kästner und Wilder verstanden sich blendend, der Film wurde 1931 zum absoluten Blockbuster und ebnete den Weg für alle folgenden Kästner-Bücher. „Dieses ist nicht nur ein Film für Kinder. Jeder Erwachsene, der nicht völlig die Freude am primitiven Sich Freuen verloren hat, muss diesen Film reizend und sehenswert finden“, schrieb der Filmkurier nach der Berliner-Premiere.
Weiter lesen auf libelle.de

Kategorien
Musik

Mahnende Stimme Madagaskars: Razia appelliert mit sanften Ethno-Pop für den Erhalt des Insel-Paradieses

Razia - Zebu NationAuf Madagaskar ist sie keine Unbekannte: Razia, die Frau mit der sanften Stimme, einem Doktorhut in Pharmazie und einer ernsten (musikalischen) Mission. Mit ihren melodischen Songs singt sie gegen die Zerstörung ihrer Heimatinsel an. Auf ihrem neuen Album Zebu Nation kehrt Razia zu ihren musikalischen Wurzeln zurück und lässt sich von den Melodien, Instrumenten und Musikern Madagaskars inspirieren. Gleichzeitig wagt sie mit diesem Album den internationalen Sprung. In wunderbar weichen Songs besingt Razia die Schönheit und Zerbrechlichkeit ihrer Insel. Denn die schimmernde Perle im indischen Ozean wird besonders stark durch die heraufziehende Klimakatastrophe bedroht. Einzigartige Fauna und Flora, die es nur auf Madagaskar gibt, sterben aus. So sind die Lieder durchzogen von einer schwebenden Melancholie über den Verlust des Paradieses. Mit ihrer klaren, weichen Stimme singt Razia über Armut, Menschen und Landschaften, über Brandrodungen, untergehende Pflanzenwelten und bedrohte Tierarten. Der flüssige Ethno-Pop, den Razia mit lokalen Musikern auf die CD zaubert, hat Herz und Verstand. Und weil Razia in ihrer Muttersprache singt, Authentizität und Glaubwürdigkeit. In der Musik spiegelt sich auch der kulturelle und ethnische Reichtum des Eilands. Fragile asiatische Klangwelten mischen sich mit afrikanischen Rhythmen, westliche Harmonien mit arabischen Musikmustern und ergeben einen Sound, der stets relaxed und entspannt ist. So ist diese CD mit ihrer ernsten Botschaft auch ein kleines stilistisches Wunderwerk, das unaufdringlich und selbstverständlich die unterschiedlichsten Stilrichtungen unter einen Hut bringt.

Zebu Nation ist im gutsortiertem Plattenhandel erhältlich und kostet circa 15 Euro.