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Lizz Wright: „Grace“

Von 0 auf 100 – so könnte man die Karriere der US-Sängerin Liz Wright kurz zusammenfassen. Mit ihrem Debütalbum „Salt“ platzierte sich Liz Wright 2003 auf Anhieb unter den Top Ten der US-Jazz Charts. Ihre folgenden Alben „Dreaming Wide Awake“ und „The Orchid“, schafften es sogar unter die Top 3. Auf ihrem letzten Album „Freedom And Surrender“ hat Lizz Wright fast nur eigene Songs eingespielt. Damals wollte sie keine Coversongs aufnehmen. „Coversongs aufzunehmen ist, als würde man nach einer intensiven Recherche eine gute Hausarbeit abliefern. Das kann wirklich überraschend und auf gewisse Weise sehr kreativ sein“, hat sie damals gesagt. Mit ihrer nun sechsten CD „Grace“ präsentiert die Sängerin fast nur Coverversionen. Auf diesem Album hat sie also eine gute Hausarbeit abgeliefert. Die Aufgabe hieß wohl „Gospels und Spirituals“ und führt sie zurück zu ihren musikalischen Anfängen, die in einem Südstaaten-Gospelchor wurzeln. Auf „Grace“ lässt sie ihrer Kreativität in alten und neuen Songs ihren Lauf; sie kommen überwiegend im Gospelkleid daher, mit Orgelklängen und Hintergrundchor, klingen aber auch bluesig. Den Auftakt macht ein schwermütiges Lied („Barley“) aus dem zweiten Album („Live From Space“).

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Musik

Dianne Reeves „Light Up The Night“ Live in Marciac

Gerade hörte ich mir das neue Album von Cécile McLorin Salvant an, schon landete die nächste CD auf meinem Schreibtisch. Dianne Reeves „Light up the night“ ist ebenfalls ein Live-Album. Und auch Reeves ist eine Künstlerin, die von Wynton Marsalis in den Himmel gelobt wurde: “Sie besitzt eine der kraftvollsten, entschlossensten und präzisesten Stimmen nicht nur unserer Zeit, sondern aller Zeiten“ schwärmt der Trompeter von Dianne Reeves, mit der er schon mehrfach zusammengearbeitet hat. Auf diesem Album, das live 2016 beim Jazzfestival in Marciac/Südfrankreich, aufgenommen wurde, zeigt die Sängerin, was Marsalis damit meint und wozu ihr Gesangsorgan, das ihr schon mehrere Grammy eingebracht hat, fähig ist (Reeves ist übrigens die erste Jazzsängerin, die drei Jahre in Folge die Auszeichnung erhielt). Auf dieser Scheibe flüstert, haucht und schreit sie laut ihre Songs heraus, interpretiert sie mal feurig und soulig, mal knallig und rockig, mal sanft und emotional. Das Repertoire auf der CD reicht von Popmelodien wie „Dreams“ von Fleetwood Mac, mit dem das Album öffnet, und das Dianne Reeves in einer herrlich jazzigen Version präsentiert, zu Jazzklassikern wie Pat Metheney’s „Minuano“, wo sie mit ihrem Skatgesang ihre Virtuosität unter Beweis stellt. Manch ein Stück fängt als ruhige Ballade an wie „Cold“ und entwickelt sich zu einem röhrigen Rockstück. Oder bleibt, wie Wayne Shorter’s „Infant Eyes“ bluesig und chillig. Auf „All Blues“ thematisiert sie das „Blue Eyes Experiment“, mit dem die amerikanische Lehrerin Jane Elliott 1968 zeigte, wie Diskriminierung funktioniert.  (…) Weiter lesen auf melodiva de

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Cécile McLorin Salvant „Dreams And Daggers“

Ihr bisheriges Markenzeichen, die dicke Brille ist verschwunden. Dafür zeigt sich Cécile McLorin Salvant auf dem Cover ihres neuen Albums mit geschorenem Kopf und dick aufgetragenem Eye-Shadow. Also immer noch auffallend. Und so auffallend wie ihre Erscheinung ist auch ihr Gesang, der ihr schon zahlreiche Auszeichnungen eingebracht hat. Von Jazzgröße Wynton Marsalis wurde sie geadelt, als dieser sagte, es gäbe pro Generation nur ein bis zwei Sängerinnen ihres Kalibers. Sie wurde schon mit Größen wie Billie Holiday und Nina Simone in einem Atemzug genannt und bekam für ihr Debütalbum 2010 den prestigeträchtigen Thelonius Monk Preis. Ihr letztes Album „For One To Love“ wurde mit dem Jazz Vocal Grammy ausgezeichnet.
Schon mit ihren ersten Alben hat sie eine Reife gezeigt, dass ich bei meiner letzten Rezension schrieb: „Ich hatte beim Hören das Gefühl, dass da nicht mehr viel Spielraum nach oben ist. Ihr Gesang klingt jetzt schon exzellent!“ Das war 2015.

Cover der neuen CD „Dreams and Daggers“

Nun liegt das Doppel-Album „Dreams and Daggers“ vor, auf dem sie wieder Songs ausgesucht hat, mit denen sie das Thema der Liebe in all ihren Fassetten besingt. Erneut sind es Stücke aus dem Great American Songbook, zwischen die sie ihre Eigenkompositionen webt.

Mit einem kurzen Intro aus eigener Feder („And Yet“) eröffnet sie ihre Reflexionen über das universelle Drama der Liebe. Danach geht es weiter mit dem bekannten Stück „Devil May Care“, das schon Frank Sinatra 1940 interpretierte. Ihre Version, herrlich jazzig mit einem swingenden Piano-Solo zwischen den Vokaleinlagen, klingt auch nach fast 80 Jahren noch immer frisch, beschwingt und aktuell.  weiter lesen auf melodiva.de