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Musik

Tina Turner wird spirituell: Beyond Collector’s Box

2008 hat Sängerin Tina Turner eine Frauenriege um sich vereint und das Projekt BEYOND gestartet. Gemeinsam mit den Sängerinnen Regula Curti und Dechen Shak-Dagsay entstand die Idee, mit Musik für den Frieden einzutreten. In den darauf folgenden Jahren entstanden mehrere Alben, die diesem Gedanken verpflichtet waren. Zum Jubiläum ist nun eine Collector’s Box erschienen mit Musik aus 10 Jahren „Beyond“.
Das erste Album hieß „BEYOND: Buddhist and Christian Prayers“, und wie der Titel schon andeutet, waren darauf religiöse Lieder zu hören, die Menschen aus verschiedenen Kulturen und Glaubensrichtungen näher zusammen bringen sollten. 2011 nahmen die drei Sängerinnen, unterstützt von 30 Kindern aus sechs verschiedenen Kulturen und Religionen, ein zweites Album auf. Mit den Songs auf „Children Beyond“ riefen die Sängerinnen mit den Kindern zu gegenseitigem Verständnis, Mitgefühl und Toleranz auf. Drei Jahre später stieß Sawani Shende Sathaye, Meisterin der klassischen indischen Musik, dazu. Zu viert veröffentlichten die Friedenssängerinnen das dritte Album „Love Within“. Bereichert durch indische Instrumentalisten und die hinduistische Gebetskultur wurde diese Mischung aus östlicher und westlicher Musik sehr schnell eine beliebte Begleitmusik für Yoga-und Achtsamkeits-Übungen. Beim vierten Album, „Awakening Beyond“, das 2017 erschien, war die Gruppe auf sechs starke Frauenstimmen herangewachsen. Und ein ganzes Orchester spielte die Begleitmusik zum Gesang der Frauen. Das Doppelalbum enthält Gebete, lyrische Texte und Wiegenlieder und gesprochene Botschaften. Jede einzelne Kultur wird in ihrer authentischen Musiktradition und Klangfarbe mit Originalinstrumenten wiedergegeben, arrangiert vom syrisch-amerikanischen Komponisten und Produzenten Kareem Roustom. Der Soundtrack wurde eingespielt vom weltbekannten Philharmonia Orchestra London und im historischen Abbey Road Studio aufgenommen.
Jedes der vier Alben steht für Hoffnung, Respekt, Mitgefühl und den Dialog zwischen Kulturen und Glaubensrichtungen und ist ein Aufruf für mehr Toleranz und gegenseitige Wertschätzung.

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Musik

Finale mit Frauen – Die 23. Hildener Jazztage

Am Sonntag gingen die 23. Hildener Jazztage zu Ende. Sechs Tage lang – vom 29. Mai bis zum 3. Juni 2018 wurde an verschiedenen Orten in Hilden dem Jazz gefrönt. In diesem Jahr stand das Jazzereignis unter dem Motto „The Water is Wide“. Wie in den vergangenen 22 Jahren wurde dem Publikum ein abwechslungsreiches Programm geboten, in dem sowohl etablierte Jazzmusiker*innen als auch talentierte Newcomer*innen zu hören waren. Bei aller Vielfalt der Jazz-Richtungen die es zu hören gab, war aber in der Zusammensetzung der Musiker*innen eine starke Männerdominanz.

Sommer, Sonne, Jazz im Park

In den 17 Bands und Formationen, die in Hilden auftraten, waren Frauen nur sechs Mal vertreten. Dafür war dann der letzte Festivaltag stark von Frauenstimmen geprägt. Ein weibliches „Grande Finale“sozusagen.

Fay Claassen & Band

Nachdem die Band Forsonics (nur Musiker) den letzten Tag mit wunderbaren relaxten Sounds und coolen Klängen eröffneten und für eine chillige Stimmung im Park sorgten, hatten die Damen ihre Auftritte. Im zweiten Konzert des Tages trat die niederländische Sängerin Fay Claassen mit ihrer Band auf. Mit Stücken aus ihrem neunten Album „Luck Child“, für das sie am 6. Juli mit dem Edison Jazz Award (dem renommierten niederländischen Jazz Preis) in der Kategorie Vocal ausgezeichnet wird, erfreute sie das Open-Air Publikum im Capio Park. Als Überraschungsgast trat ihr Mann, der Saxofonist Paul Heller auf. Zusammen gaben sie einen Love-Song zum Besten, welchen er für sie als Geburtstaggeschenk komponiert hat. „Finding You“ hieß die gesungene und am Saxophon geblasene Liebeserklärung, die ein total gerührtes Publikum hinterließ. Mit einem Lied ohne Worte rund um das melodische Thema der Filmmusik von Cinema Paradiso endete das wunderbare Konzert.

Danach war die US-Amerikanerin Audrey Martells (Titelfoto) mit dem genialen Walter Fischbacher Trio an der Reihe. Die New Yorkerin hat in der Vergangenheit für Jazz-Größen wie George Benson und Randy Crawford Songs geschrieben.  Weiter lesen auf melodiva.de

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Musik

Caroll Vanwelden “Sings Shakespeare Sonnets 3“

Die Trilogie ist nun komplett: Drei Jahre nach dem zweiten Album mit Sonetten von Shakespeare hat die belgische Sängerin Caroll Vanwelden nun 16 weitere Gedichte des Barden von Stratford upon Avon musikalisch vertont. Mit über 150 solcher „Klinggedichte“, wie sie im Barock genannt wurden, hat Shakespeare eine mehr als ausreichende Materialvorlage geliefert, von denen die Sängerin nun insgesamt 48 vertont hat. Anders als viele Musiker*innen, die Shakespeare im barocken Stil vertonen, lässt Carol Vanwelden Shakespeare jazzig klingen.
Für ihr erstes Shakespeare Album hat die belgische Musikerin ausschließlich sogenannte Prokreations-Sonette gewählt, die thematisch von der Unbeständigkeit aller Dinge und der Vergänglichkeit des Lebens handeln. Für das zweite Album wählte sie Gedichte, die die vielen Facetten der Liebe thematisierten. Nun auf dem dritten Album wählt die Sängerin Gedichte über das Leben, das Sterben und die Zeit dazwischen, die in der Regel nicht besonders rosig ist. Während in Liebesliedern meist die Schönheit der Geliebten besungen wird, wählt Vanwelden zum Auftakt ein Sonnet (130), in dem es um die totale Durchschnittlichkeit der Geliebten geht, die weder rote Lippen hat, noch wie Parfüm duftet und deren Stimme nicht wie eine schöne Melodie klingt. Damit setzt sie den Tenor für das Album. Es geht um die „conditio humana“, um Altern, Verfall und Mortalität: „Like as the waves make towards the pebbled shore / So do our minutes hasten to their end“. Und gerade deswegen auch um starke Gefühle, um Sexualität und Fortpflanzung, ohne die das menschliche Schicksal nicht zu ertragen wäre.

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