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Cécile Verny Quartet (CVQ) auf Tour, mit Station in Duisburg

Zehn Jahre sind vergangen, seit ich das CVQ das letzte Mal live erlebte, damals in der ausverkauften Düsseldorfer Jazz Schmiede. Brechend voll war es in den Räumen der Targobank am letzten Freitagabend zwar nicht, aber doch gut besucht, was für eine intime Atmosphäre sorgte. Die phänomenale Sängerin, die oft mit Billie Halliday verglichen wird, trat mit Andreas Erchinger am Keyboard, Bernd Heitzler am Bass und Lars Binder am Schlagzeug, im Rahmen der relativ neuen Mercator Jazz Reihe in Duisburg auf.

CVQ im Foyer der Targobank, Foto ©Ado

In einem bequemen blauen Kleid und „vernünftigen Schuhen“, die sie später ausziehen wird, betritt die Sängerin die Bühne, begrüßt ihr Publikum warmherzig und zeigt gleich im ersten Stück ihr Stimmpotential. Auf Französisch singt sie „Automne“, einen Song, der von einer vergangenen Sehnsucht erzählt. Von Spaziergängen im Herbstlicht. Zwischen den gesungenen Worten bricht sie in Scat-Gesang aus – variiert die Melodie mit einer Stimme, die mal kristallklar, mal tief und mellow rüberkommt. Vertont hat dieses Lied ihr Pianist Andreas Erchinger.  Weiter geht es mit „Money Ain’t Funny“, einer Komposition des Bassisten Heitzler, die vor den Gefahren warnt, auf Kredit zu leben. Céciles Stimme wird von einem langen Piano-Solo mit beschwingtem Beat unterbrochen, zu dem die Sängerin schwungvoll tanzt.

Vor jedem Song gibt Verny ihrem Publikum eine ausführliche Einführung – wie das Stück entstanden ist, wer es geschrieben hat, worüber es handelt. Bis zur Pause performt sie acht Stücke – darunter Balladen wie „Mon Malheur“, ein Song aus ihrer Feder über Unglück, Narben und traurige Erinnerungen. Hier ist ihr Gesang im wahrsten Sinne herzzerreißend. Erchingers wütendes Klaviersolo schreit den Schmerz heraus, wird aber ganz leise, als Verny ihren Gesang wieder aufnimmt und ihre Stimme immer lauter, immer klagender wird, bis das Stück in einem Crescendo endet. Wunderschön anzuhören ist auch die Ballade „Je ferme les yeux“, ein träumerisches Lied über Kindheitserinnerungen an der Cote d’Ivoire, das Verny nur vom Klavier begleitet performt.

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Lariza “Weave“

Es gibt so viele talentierte Musiker*innen, die es entweder nicht schaffen, ein bekanntes Plattenlabel für ihre Songs zu finden, oder die das auch gar nicht unbedingt wollen. 2003 begann das renommierte deutschsprachige Magazin Jazzthing CDs unter dem Label „Next Generation“ Jazz-Alben von vielversprechenden Nachwuchskünstler*innen herauszubringen. Seitdem werden fünf Alben im Jahr von Hoffnungsträger*innen des Jazz veröffentlicht. Zu diesen neuen Talenten zählen auch Lena-Larissa Senge und die Band Lariza, die mit diesem Album die 91. CD in der Reihe „Next Generation“ vorlegen.
Schon das Cover sieht geheimnisvoll aus. Eine Blüte, nicht von dieser Welt, mit fluoreszierenden Staubblättern und Stempeln. Ähnlich klingt auch die Musik auf diesem Debüt-Album. Präsentiert werden sphärische Klänge – eine Kombination aus akustischen und elektronischen Instrumenten, dazwischen die Stimme der Leadfrau Lena-Larissa Senge, die durch die Melodien schwebt, als würde sie von der Atmosphäre erzeugt. Wobei Melodien vielleicht nicht der passende Begriff ist, denn es gibt auf den wenigsten Titeln eine, an die man sich heranangeln kann oder bei der man mitsummt.

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Tutu Puoane begeisterte bei den Hildener Jazztagen

Tutu wer? Auch mir war der Name der Jazz-Sängerin bis zu ihrem Auftritt bei den 25. Hildener Jazztagen am 19. August kein Begriff. Dabei ist die Südafrikanerin seit langem eine der eindringlichsten Stimmen der zeitgenössischen Musikszene in den Benelux-Ländern.

In Pretoria geboren und aufgewachsen, studierte sie später Jazz-Vocals an der University of Cape Town, ehe sie 2002 nach Holland wechselte, um ihre Gesangsausbildung am Königlichen Conservatorium von Den Haag fortzusetzen. In Südafrika war sie zu diesem Zeitpunkt schon bekannt. 2004 gewann sie dort den renommierten Standard Bank Young Artist of the Year Award. Auch bei unseren Nachbarn in den Niederlanden und Belgien ist sie eine feste Größe in der Jazzszene.  Dort tourte sie vor Corona mit ihrem The Joni Mitchell Projekt, mit den einzigartigen Songs und Texten der kanadischen Sängerin, die sie auf eine persönliche Art und Weise interpretierte.

Für Hilden wählte sie nun ganz neue Songs aus. Das Publikum kam in den Genuss noch nicht veröffentlichter Kompositionen der Sängerin, in denen sie Gedichte der südafrikanischen Performance-Künstlerin und Aktivistin Lebogang Mashile vertont.

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