Musik

Energiegeladen, verträumt, verspielt

Esther Berlanskys zweiter Wurf: “in between”

Vier Jahre nach ihrem Debüt „Growing Up“, präsentiert die Sängerin, Komponistin, Arrangeurin und Gesangslehrerin Esther Berlansky mit „in between“ ihr zweites Album. Mit Matthias Haus am Vibraphon, André Nendza am Bass und Oliver Rehmann am Schlagzeug, serviert sie mit ihrem Jazzquartett leicht schwingenden, anspruchsvollen Jazz, in dem ihre ungarischen Wurzeln in den Texten mit hinein fließen. weiter lesen …

Mademoiselle singt schön

Pauline Paris: “Le Grand Jeu”

Die junge Dame heißt nicht nur wie die Stadt, sie ist auch gebürtig aus Paris, und sie macht mit ihrer Band seit 10 Jahren eine Musik, die – ich würde einfach sagen – ziemlich pariserisch klingt. Auf „Le Grand Jeu“ präsentiert die Chanteuse Pauline Paris erfrischende Songs, die auf manchen Tracks wie eine Kreuzung aus Piaf und der nouvelle chansonniere Zaz klingen. weiter lesen …

Stacey Kent haucht mellow Jazz Standards

Stacey Kent: “Dreamer In Concert”

Stacey Kent

Seit sie mit ihrem ersten Album “Close Your Eyes” 1997 die Jazz-Szene überraschte, hat Stacey Kent fast jedes Jahr ein neues Album heraus gebracht. Nach acht Studio-Platten ist „Dreamer in Concert“ das erste Live-Album der Sängerin. Aufgenommen wurden die 12 Tracks während zwei Konzerten in La Cigale, Paris im Mai dieses Jahres. Allerdings erinnert nur das Klatschen des Publikums zwischen den Stücken daran, dass die Sängerin hier auf einer Bühne steht. Die Songs klingen alle so privat und intim, dass Zuhörerin das Gefühl hatte, die Sängerin befände sich in einem nicht-öffentlichen Räum und sänge alleine für sie. Selbst die Musiker, die bei Live-Auftritten sonst Raum für auffällige Soli und spontane musikalische Aussagen haben, sind hier alle sehr zurückhaltend, ihr Zusammenspiel elegant und unaufdringlich. Stacey Kent flüstert, haucht, säuselt neues Leben in melodische „old-school“ Jazz-Balladen, singt die alten Geschichten mit makelloser Phrasierung und zarter Stimme, die mal melancholisch verträumt, mal fröhlich hüpfend daherkommt.
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Eine Kostprobe? Hier:

Spritzige Chansons über das Leben: Marie Laure “Simplement la vie”

Marie Laure

Marie Laure © Hanne Moschkowitz

Neun herrlich jazzige Vocalstücke fürs easy listening präsentiert die Franco-Deutsche Sängerin Marie-Laure auf ihrem ersten Album. Mit zwei eigenen Kompositionen eröffnet die Hamburgerin ihre sympathische Song-Sammlung, ehe sie zu Coverversionen einiger sehr bekannter Jazz- und Chanson-Standards übergeht. Schnell gerät der Titelsong „Simplement la vie“ zum Ohrwurm. Selten habe ich ein fröhlicheres Lied vom Verlassen werden gehört. „Il ne va jamais revenir, il ne se souviendra jamais de moi“ – er wird nie wieder zurück kommen, nie mehr an mich denken, singt Marie-Laure – und diese Worte wollen nicht so recht zu der swingenden Musik passen, mit der sie von Buggy Braune (Piano), Thomas Biller (Kontrabass), Kai Bussenius (Schlagzeug) und Wolle Rummel (Percussions) leicht und spritzig begleitet wird. Aber dann liefert Marie-Laure die Erklärung für die frohe Stimmung: „Il y a toujours quelqu’un qui tombera amoureux de moi!“ – Es findet sich immer wieder eine neue Liebe. So (schön) ist das Leben. weiter lesen auf melodiva.de …

Euzen: Sequel

 title=Dunkel und düster ist das Cover des neuen Albums der nordischen Elektro-Formation Euzen (ausgesprochen „you seen“). Vor gespenstisch anmutendem, finsterem Hintergrund blickt die leichenblasse Sängerin Maria Franz durchbohrend den Betrachter an. In Händen hält die Leadfrau der dänischen Band eine rätselhafte Kugel, so rätselhaft wie die Musik, die sie mit ihrem Quintett auf ihrem zweiten Album „Sequel“ präsentiert. Mit Christopher Juul an Piano, Keys und weiteren Elektro-Instrumenten, Harald Juul an Gitarre, Banjo, Mandoline und Bouzouki, Jon Pold Christensen am Bass und Kristian Uhre an Schlagzeug und Percussion, breiten die Kopenhagener einen einzigartigen Klangteppich aus, der aus abrupt wechselnden Melodien, Stakkato-Tönen und hämmernden Beats besteht. Dazwischen schlängelt sich die Stimme von Maria Franz.
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Mama Africa – Miriam Makeba

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Eine junge Miriam Makeba bei einem Auftritt in Stockholm im Jahr 1966 © Alpenrepublik

Im Jahr 1967 schaffte es zum ersten Mal eine schwarze Sängerin mit einem Song weltweit in den Top Ten Charts. Müsste ich raten, wer das war, ich hätte auf Ella Fitzgerald, Nina Simone, Gladys Knight oder Diana Ross getippt. Doch mit diesen großartigen Jazz -und Souldiven läge ich falsch. Es war die Südafrikanerin Miriam Makeba, die mit ihrem Song „Pata Pata“ auf dem ganzen Globus die Charts stürmte.

In seiner Dokumentation „Mama Africa – Miriam Makeba“ hat nun der finnische Regisseur Mika Kaurismäki das Leben der Sängerin nachzeichnet. Anhand von zahlreichem Archivmaterial sowie aktuellen Interviews mit Freunden, Verwandten und Wegbegleitern, erzählt Kaurismäki die Geschichte einer ungewöhnlichen Künstlerin und Kämpferin. Kaurismäki zeichnet jedoch kein „Star“porträt, sondern nähert sich Mama Africa-Miriam Makeba aus verschiedenen Blickwinkeln. Der Film zeigt sie als sorgende Mutter, als liebevolle Oma, mutige Aktivistin, als Sängerin, und als Frau, die viele Erfolge gefeiert, aber auch viele Schicksalsschläge erlitten hat.

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Regie: Mika Kaurismäki
Kinostart: 10.11.2011 – Deutschland/Finnland – 2011 – Filmlänge: 90 Min.

Tanz den Knoblauch: Afrikas beste Choreographien zu Gast im tanzhaus nrw

Horacio Macuacua Company

Horacio Macuacua Company © Antoine Tempé


Was Knoblauch mit Tanzen zu tun hat? Auf die Antwort kommt man vielleicht, wenn man das Solostück „Ail? Aїe! Aїe!“ des Choreographen und Tänzers Junior Zafialison aus Madagaskar gesehen hat. Zafialison ist einer der Gewinner des Afrikanischen Tanzfestivals „Danse l’Afrique danse!“. In deutscher Erstaufführung zeigt das Tanzhaus NRW die drei besten Choreographien aus dem schwarzen Kontinent. Diese haben absolut nichts mehr mit Strohrock- und Tamtam-Romantik zu tun, sondern erzählen moderne (Tanz)Geschichten von Leid und Elend in hochdynamischen, bizarren und auch fließenden Körperbewegungen – oftmals sogar völlig ohne musikalische Begleitung. Viel mehr als die Musik spielt das Lichtdesign in den Choreographien eine tragende Rolle. Am Anfang von Zafialisons Performance erhellt ein fluorisierendes kaltes Licht nur eine kleine Ecke der Bühne. Aus der Helligkeit heraus bewegt sich der Tänzer von einer Seite des Podests zur anderen, und wirkt im flackernden Licht wie eine Figur aus einem Stummfilm. Dann bleibt das Licht stehen, bildet einen Kreis, in der sich die Figur niederlässt. Nun beginnt der Tanz mit dem Knoblauch, der in einem Mörser zum Gesang des Tänzers zermalmt wird. Doch den Gesang nimmt man kaum wahr, das rhythmische Stampfen übertönt alles, wird lauter und immer lauter, bis der gleißend weiße Lichtkegel sich in einen warmen Rotton wandelt und die ganze Bühne erhellt. Es sind Tänze aus Licht und Schatten, aus surrealistisch wirkenden Bewegungen, dynamischen Gebärden und klassischen Tanzschritten, die die drei Choreographen in ihren Stücken präsentieren. Horacio Macuacua aus Mosambik, der mit Größen wie Louise Lecavalier gearbeitet hat, überzeichnet in seinem Stück „Orobroy, stop!“ den traditionellen Tanz der Frauen. Auch hier gibt es lange Sequenzen ohne Musik, während drei Tänzer sich über die Bühne robben, Flamenco-Einlagen darbieten und von sperrigen Bewegungen bis hin zu klassischen Ballett-Schritten eine ganze Bandbreite des modernen Tanzes persiflieren. Das Stück „On The Steps“ des Kongolesen Florent Mahoukou zeigt am eindringlichsten die Transformation Afrikas und somit auch die Transformation des afrikanischen Tanzes: In verschiedenen Sequenzen geht es um das Archaische und die Moderne, um Afrika zwischen Tradition und Fortschritt. Zu Musik, die von Techno-Sounds über Soul- und Popklängen bis zu afrikanischem Gesang reicht, lassen sich die Tänzer zunächst wie von einer fremden Macht bewegen, bis sie sich von ihren Hüllen befreien und in einer witzigen Sequenz den westlichen Mode-Catwalk nachäffen. Doch der Tanz endet mit einem infernalischen, hoffnungslosen Schrei – ein Hinweis auf die Ausweglosigkeit der conditio africanae?

mit einem Klick zum tanzhaus nrw …

zum Artikel in der NRZ …

Musik für die blaue Stunde

Bê: Azul

Dem meeresblauen Wasser entsteigt Bê auf dem Cover ihres neuen Albums „Azul“, während sie im Leporello-Begleitheft träumend in einer blauen Hängematte liegt, vor ihr das blaue Meer, dahinter am Horizont blaue Berge und die untergehende Sonne. Blau ist die Stimmung auf diesen Bildern, und Musik für die blaue Stunde ist es auch, die uns die Sängerin auf ihrem neuen Album präsentieren möchte. 20 überwiegend relaxte Tracks für die Stunde der Dämmerung, für die herbstliche Zeit des Jahres, wenn die Schatten lang werden und die Gedanken in die Ferne schweifen. weiter lesen auf Melodiva.de …
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Soundtrack fürs Bügeln

Delancey Street - Europa Cover

Rachel Sage: Delancey Street
In dezentem blau-lila gekleidet, lächelt Rachel Sage brav und etwas schüchtern vom Cover ihres neusten Albums „Delancey St.“ – ganz anders als auf dem Deckel der US-Ausgabe von 2010 und als auf ihrer Website, auf denen sie sich provokativ im knallroten Kleid mit Netzstrümpfen und Killer-Absätzen präsentiert. Da passt das Europa-Cover definitiv besser zum Album, denn eingängig, nett und unauffällig sind auch die 14 Tracks, die die Sängerin auf ihrer neuen Scheibe präsentiert. … weiter lesen auf Melodiva

Delancey Street - US Cover


Zur Website von Rachel Sage geht es hier lang.

Zarter Mann mit starkem Sound

Bombino, der Wüsten-Hendrix


Mal spielt er auf seiner Gitarre authentische Tuareg-Musik, mal ist der Wüstensound durchzogen von Rock, Blues und psychedelischen Tönen. Der aus Niger stammende Musiker Omar „Bombino“ Moctar, wird in Afrika als neuer Jimmy Hendrix gehandelt. Mal entlockt der Autodidakt seinem Instrument ruhig schwebende Töne, mal klingt seine reife Fingerfertigkeit wie die eines Wüsten-Santanas. Der zartgliedrige, fast elfenhafte Bombino beherrscht seine Gitarre mit einer erstaunlichen Leichtigkeit und Flüssigkeit, die manchmal in Kontrast zu seiner explosiven Bühnenenergie steht.
Auf Grund seiner Tuareg-Herkunft verbrachte Bombino mehrere Jahre im Exil in Lybien, Algerien und Burkina Faso, wo er sich der Ishoumar-Bewegung (die Verbreitung politischer Botschaften durch Musik) anschloss. 2006 reiste Bombino erstmals außerhalb Afrikas. Auf Einladung einer NGO flog er mit seiner Band nach Kalifornien, wo er mit Keith Richard und Charlie Watts ein Track für das Stones Album „Stone’s World: The Rolling Stones Project Volume 2“ aufnahm. Seit dem Ende der Tuareg-Rebellion setzt sich der Musiker mit seinen Songs, die er auf Tamasheq, Haoussa, Arabisch und Französisch singt, und seinem Sound zwischen Tradition und Moderne, für den Erhalt der Tuareg-Identität, Kultur und Sprachen ein.

Am 13. August begeisterte Bombino Besucher der Weltmusiktage im Hofgarten Düsseldorf.
Hier geht es zu meinem Konzertbericht in der NRZ…

In der Reihe Klanglandschaften Afrika-Orient, gemeinsam veranstaltet von NRW Kultursekretariat, WDR 3 und dem Theater an der Ruhr, ist Bombino im Oktober in Krefeld, Mönchengladbach und Mühlheim zu hören. Infos gibt es hier

"Agadez" - das aktuelle Album von Bombino